Nordamerika auf einen Blick
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Fläche | ~24,7 Mio. km² (3. größter Kontinent) |
| Einwohner | ~600 Mio. |
| Größte Länder | Kanada, USA, Mexiko |
| Höchster Berg | Denali/Mt. McKinley (6190 m, Alaska) |
| Längster Fluss | Mississippi-Missouri (6275 km) |
Geografie
Landschaften:
- Rocky Mountains und Sierra Nevada (Westen)
- Großebene (Great Plains) — Mittlerer Westen
- Appalachian Mountains (Osten)
- Arktische Tundra (Kanada, Alaska)
- Tropische Regenwälder (Mittelamerika und Karibik)
Klima
- Arktisch im Norden (Kanada, Alaska)
- Gemäßigt in USA und Südkanada
- Wüste im Südwesten (Nevada, Arizona)
- Tropisch in Mittelamerika und Karibik
Die USA ist wirtschaftlich und politisch eine der einflussreichsten Nationen der Welt. Kanada ist flächenmäßig das zweitgrößte Land der Erde.
Bevölkerung
- Sehr vielfältig: indigene Völker, europäisch-stämmige, afroamerikanische, hispanische und asiatische Bevölkerungen
- Die Maya-Zivilisation blühte in Mexiko und Mittelamerika
- Wichtige Städte: New York, Los Angeles, Toronto, Mexico City
Praxisbezug: Tornado Alley — wo die Geografie Extremwetter erzeugt
Nirgendwo auf der Erde entstehen mehr Tornados als in der Mitte der USA. Der Grund ist rein geografisch: Warme, feuchte Luft strömt aus dem Golf von Mexiko nach Norden und trifft über den flachen Great Plains auf kalte, trockene Luft aus Kanada — ohne Gebirgsbarrieren, die diesen Zusammenprall verhindern könnten. Das Ergebnis sind riesige Gewittersysteme (Superzellen), die Tornados mit Windgeschwindigkeiten von über 400 km/h erzeugen können. Die USA verzeichnen jährlich rund 1.200 Tornados — mehr als der Rest der Welt zusammen. Gemeinden in Kansas, Oklahoma und Texas bauen Schutzbunker, Schulen üben Tornadoalarm, und der NOAA Storm Prediction Centre gibt täglich Tornado-Warnungen heraus.
Praxisbezug: Der Colorado River — überbeansprucht und ausgetrocknet
Der Colorado River hat den Grand Canyon im Laufe von Millionen Jahren herausgearbeitet und versorgt heute 40 Millionen Menschen in sieben US-Bundesstaaten und Mexiko mit Wasser — darunter Las Vegas, Phoenix und Los Angeles. Die Nachfrage ist inzwischen so groß, dass der Fluss das Meer kaum noch erreicht: Die letzten 150 km seines Bettes in Mexiko sind oft völlig ausgetrocknet. Im Jahr 2021 erklärte die US-Regierung erstmals einen Wassernotstand am Colorado, was Pflichtkürzungen bei der Wasserversorgung auslöste. Der Colorado zeigt eindrucksvoll, wie menschliche Eingriffe (Bevölkerungswachstum, Landwirtschaft, Städtebau) die physisch-geographischen Grenzen eines Flusses überschreiten können.
Praxisbezug: Die Großen Seen — Süßwasser, Industrie und Umweltprobleme
Die fünf Großen Seen entstanden nach dem Ende der letzten Eiszeit, als Gletscher tiefe Becken in den Felsen schufen. Süßwasser, flaches Gelände und einfache Schifffahrtswege machten die Region um die Seen zum industriellen Herz der USA: Detroit baute Autos, Pittsburgh Stahl, Chicago wurde Getreidedrehscheibe. Heute versorgen die Seen noch immer 40 Millionen Menschen mit Trinkwasser. Sie zeigen aber auch Umweltprobleme: Landwirtschaftliche und städtische Abwässer verursachen massive Algenblüten, und eingeschleppte Arten wie die Zebramuschel (in den 1980er Jahren durch Schifffahrt aus Europa eingebracht) haben Ökosysteme dauerhaft verändert.
Nordamerikas Geografie beeinflusst den Alltag weltweit: Viel vom Weizen im Brot, dem Mais in verarbeiteten Lebensmitteln und dem Soja in Tierfutter stammt aus den Great Plains. Kanada liefert große Anteile des weltweiten Kalis (Dünger), Holzes und Öls. Das Mississippi-System bleibt eine der wichtigsten Frachtschifffahrtsrouten der Welt, auf der Getreidekähne 3.000 km vom Mittleren Westen zum Golf von Mexiko transportiert werden.
Übungsaufgaben
Welches ist das flächenmäßig größte Land in Nordamerika?
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Nenne zwei verschiedene Klimazonen in Nordamerika.
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Welches Gebirge verläuft an der Westküste Nordamerikas?