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Wärme und Temperatur

Temperatur misst die durchschnittliche kinetische Energie der Teilchen. Wärme ist Energie, die aufgrund einer Temperaturdifferenz fließt. Die spezifische Wärmekapazität gibt an, wie viel Energie benötigt wird, um 1 kg eines Stoffes um 1 °C zu erwärmen.

Zuletzt aktualisiert: 18. Dezember 2025

★★☆☆☆ Stufe 2PhysikWärmeTemperaturWärmekapazitätKelvin4 Min Lesezeit

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Temperatur vs. Wärme

  • Temperatur: Maß für die durchschnittliche kinetische Energie der Teilchen (°C oder K)
  • Wärme (Q): Energie, die aufgrund einer Temperaturdifferenz übertragen wird (Joule, J)

T(K)=t(°C)+273T(K) = t(°C) + 273

Spezifische Wärmekapazität

Q=m⋅c⋅ΔTQ = m \cdot c \cdot \Delta T

Stoffc (J/kg·K)
Wasser4200
Eisen450
Aluminium900
Luft1005
  1. 1

    Größen identifizieren

    Bestimme Masse (m), Stoff (c) und Temperaturänderung (ΔT).

  2. 2

    Formel anwenden

    Berechne Q = m × c × ΔT.

  3. 3

    Einheit angeben

    Das Ergebnis in Joule (J) oder Kilojoule (kJ) angeben.

Wie viel Wärme wird benötigt, um 2 kg Wasser von 20 °C auf 80 °C zu erhitzen?

ΔT=80−20=60 °C\Delta T = 80 - 20 = 60 \text{ °C}

Q=2×4200×60=504.000 J=504 kJQ = 2 \times 4200 \times 60 = 504{.}000 \text{ J} = 504 \text{ kJ}

Wärmeübertragung

Es gibt drei Methoden:

  1. Wärmeleitung: Energie wird durch direkte Berührung weitergegeben (Feststoffe)
  2. Konvektion: Energie wird durch Flüssigkeits- oder Gasströmungen übertragen
  3. Wärmestrahlung: Energie wird durch elektromagnetische Wellen übertragen (kein Medium nötig)

Praxisbezug: Kühlung von Automotoren

Ein Verbrennungsmotor erzeugt enorme Wärmemengen. Das Kühlmittel (Wasser-Frostschutzmischung) zirkuliert durch den Motor und nimmt Wärme auf. Bei einem Motor mit 150 kW Leistung und 30 % Verlust als Wärme müssen ΔQ=150.000×0,3=45.000\Delta Q = 150.000 \times 0{,}3 = 45.000 J pro Sekunde abgeführt werden. Kühlmittelwahl, Durchflussmengen und Kühlerdesign werden alle mit der Formel Q=m⋅c⋅ΔTQ = m \cdot c \cdot \Delta T berechnet. Kfz-Ingenieure und Techniker wenden diese Physik täglich an.

Praxisbezug: Küstenklima und Landklima

Küstenstädte wie Hamburg oder Dublin haben mildere Winter und kühlere Sommer als Städte im Landesinneren wie München oder Wien. Der Grund liegt in der hohen spezifischen Wärmekapazität des Meerwassers (≈ 4.100 J/kg·K): Das Meer erwärmt sich langsam und kühlt langsam ab – es fungiert als riesiger Wärmespeicher. Meteorologen nennen dieses Phänomen „maritimes Klima" – ein direktes Beispiel für die Rolle der Wärmekapazität in der Geographie.

Praxisbezug: Kochen und Thermometer

Beim Kochen eines Ei-Frühstücks wird Wasser in einem Topf erhitzt. Um 1 Liter Wasser (≈ 1 kg) von 15 °C auf 100 °C zu bringen: Q=1×4.200×85=357.000Q = 1 \times 4.200 \times 85 = 357.000 J = 357 kJ. Ein Kochthermometer misst die Innentemperatur von Fleisch (z. B. 75 °C für sicheres Geflügel). Koch, Bäcker und Lebensmitteltechniker nutzen Temperaturmessung und Wärmemengen täglich für sichere und qualitativ hochwertige Speisen.

Tipp Unterscheide immer zwischen Temperatur (Maß für die Teilchenenergie, gemessen in °C oder K) und Wärme (übertragene Energie, gemessen in Joule). Die Formel Q=m⋅c⋅ΔTQ = m \cdot c \cdot \Delta T verbindet beide Größen: Große Masse oder hohe Wärmekapazität bedeutet, dass viel Energie für eine kleine Temperaturänderung benötigt wird.

Übungsaufgaben

Wie viel Energie wird benötigt, um 500 g Aluminium (c = 900 J/kg·K) von 20 °C auf 70 °C zu erhitzen?

Antwort anzeigen
Q = 0,5 × 900 × 50 = 22 500 J = 22,5 kJ

Warum heizt sich das Meer im Sommer langsamer auf als die Erde an Land?

Antwort anzeigen
Wasser hat eine hohe spezifische Wärmekapazität (4200 J/kg·K) — es braucht viel Energie, um sich zu erwärmen.

Erkläre den Unterschied zwischen Temperatur und Wärme an einem Beispiel.

Antwort anzeigen
Ein heißer Teelöffel hat eine hohe Temperatur, enthält aber wenig Wärme (wenig Masse). Ein warmes Bad hat niedrigere Temperatur, enthält aber viel mehr Wärme (hohe Masse).