Arten der Reibung
- Haftreibung (): verhindert den Bewegungsbeginn; kann von 0 bis zu ihrem maximalen Wert reichen.
- Gleitreibung (): wirkt der Bewegung entgegen, wenn Oberflächen aneinander gleiten.
Reibungskraft
μ ist der Reibungskoeffizient (dimensionslos), N ist die Normalkraft.
| Art | Koeffizient | Typischer Bereich |
|---|---|---|
| Haftreibung | Höher | 0,3 – 0,8 |
| Gleitreibung | Niedriger | 0,2 – 0,6 |
Ein 10-kg-Klotz auf einer Oberfläche mit μk = 0,4. Bestimme die Gleitreibungskraft.
Praxisbezug: Fahrzeugbremsung
Beim Betätigen der Bremse drücken Bremsbeläge auf die Bremsscheibe. Auf trockener Fahrbahn () wirkt bei einem 1 200 kg schweren Auto pro Achse eine Normalkraft von ca. 11 760 N – das ergibt eine Bremsreibungskraft von rund 8 230 N je Achse, die bei 60 km/h einen Bremsweg von etwa 20 m ermöglicht. Auf nasser Fahrbahn sinkt merklich – deshalb verlängern sich Bremswege bei Regen.
Praxisbezug: Gehen und Ausrutschen auf Eis
Beim Gehen sorgt Haftreibung zwischen Schuhsohle und Boden für den Vortrieb. Auf trockenem Beton beträgt ; auf nassem Eis nur . Die maximale Haftreibungskraft sinkt auf Eis fast auf null – schon ein kleiner Schritt genügt, um auszurutschen.
Praxisbezug: Kletterkreide
Kletterer reiben ihre Hände mit Magnesiumcarbonat-Kreide ein, um zwischen Haut und Fels von etwa 0,5 (feucht) auf über 1,0 (trocken) zu erhöhen. Ein höherer -Wert liefert bei gleicher Greifkraft (Normalkraft) eine größere Haftreibungskraft – das reduziert das Risiko, dass die Hand von einem Griff abrutscht.
Wo begegnet uns Reibung? Autoreifen und -bremsen, Schuhsohlen, Fahrradbremsen, Schleifpapier, Förderbänder und Bleistiftschrift – überall spielt Reibung eine Rolle. Ingenieure versuchen sie zu erhöhen (griffige Reifen, Gummisohlen) oder zu verringern (Schmieröl in Motoren, PTFE-Beschichtung in Pfannen).
Übungsaufgaben
Eine 5-kg-Kiste auf einem Boden (μk = 0,3). Bestimme die Reibungskraft (g = 10 m/s²).