Was ist Landnutzung?
Landnutzung beschreibt, wie Menschen Land fĂŒr verschiedene Zwecke einsetzen â Landwirtschaft, Siedlungen, Industrie, WĂ€lder oder Schutzgebiete.
Arten der Landwirtschaft
Subsistenzlandwirtschaft
- Bauern produzieren hauptsĂ€chlich fĂŒr den eigenen Bedarf
- Kein oder kaum Ăberschuss zum Verkauf
- HÀufig in EntwicklungslÀndern
- Beispiel: kleine Reisfelder in Asien
Intensive Landwirtschaft
- Hoher Einsatz von Maschinen, DĂŒnger, Pestiziden
- GroĂe Ertragsmengen auf kleiner FlĂ€che
- Typisch in IndustrielÀndern (z. B. Deutschland)
- Risiken: Bodenerosion, Grundwasserverschmutzung
Extensive Landwirtschaft
- Wenig Input, groĂe LandflĂ€chen
- Geringe ErtrÀge pro Hektar
- Beispiel: Weidewirtschaft in Australien
BewÀsserungslandwirtschaft
- KĂŒnstliche Wasserversorgung fĂŒr trockene Regionen
- Ermöglicht Anbau in WĂŒstengebieten
- Risiko: Versalzung des Bodens
Etwa 50 % der bewohnbaren ErdoberflÀche werden landwirtschaftlich genutzt. Das ist mehr als alle anderen Landnutzungsformen zusammen.
Hauptkulturen weltweit
| Kulturpflanze | Region |
|---|---|
| Weizen | Europa, Nordamerika |
| Reis | Ost- und SĂŒdostasien |
| Mais | Amerika, Afrika |
| Soja | Brasilien, USA |
Herausforderungen der Landwirtschaft
- Bodenerosion: Intensive Nutzung zerstört die Fruchtbarkeit
- Wasserknappheit: Landwirtschaft verbraucht ~70 % des SĂŒĂwassers
- Klimawandel: DĂŒrren und Ăberschwemmungen bedrohen Ernten
- Entwaldung: Rodung fĂŒr neue AnbauflĂ€chen
Praxisbezug: Niederlande â weltgröĂter Nahrungsmittelexporteur (pro Kopf)
Die Niederlande sind kaum gröĂer als das Bundesland Hessen, und doch der zweitgröĂte Nahrungsmittelexporteur der Welt (nach den USA). Riesige beheizte GewĂ€chshĂ€user produzieren Tomaten, Paprika und Gurken ganzjĂ€hrig; PrĂ€zisionstropfbewĂ€sserung spart 90 % Wasser gegenĂŒber konventioneller Landwirtschaft. Die Niederlande exportieren jĂ€hrlich Lebensmittel im Wert von rund 100 Milliarden Euro. Dies zeigt, wie Technologie und intensive Landwirtschaft trotz begrenzter FlĂ€che enorme ProduktivitĂ€t ermöglichen.
Praxisbezug: Iowa â der US-MaizegĂŒrtel und industrielle Landwirtschaft
Iowa im US-Mittleren Westen liegt auf einigen der fruchtbarsten Böden der Welt â tiefer, dunkler, nĂ€hrstoffreicher Lehm aus der Eiszeit. Iowa produziert rund 20 % des amerikanischen Mais und ist ein bedeutender Sojaproduzent. Die Landwirtschaft ist hochmechanisiert: GPS-gesteuerte Traktoren auf Betrieben von durchschnittlich 180 Hektar. Doch der intensive Einsatz von DĂŒngemitteln belastet das Grundwasser erheblich, und NĂ€hrstoffauswaschungen in den Mississippi tragen zur âToten Zone" im Golf von Mexiko bei.
Praxisbezug: Ăthiopien â Subsistenzlandwirtschaft unter Klimastress
Rund 80 % der Ă€thiopischen Bevölkerung lebt von Subsistenzlandwirtschaft auf kleinen Parzellen von 1â2 Hektar. Der Niederschlag ist saisonal und unzuverlĂ€ssig. El Niño 2015â16 war die schlimmste DĂŒrre seit 50 Jahren und lieĂ rund 10 Millionen Ăthiopier auf Nahrungshilfe angewiesen. Der Klimawandel macht solche DĂŒrren hĂ€ufiger und schwerer. Millionen Kleinbauern sind weiterhin auf Regenfeldbau angewiesen, was die ErnĂ€hrungssicherheit stark klimaabhĂ€ngig macht.
Wo siehst du das im echten Leben? Schau dir die Etiketten deiner Lebensmittel an â woher kommen sie? Ein deutsches Supermarktregal im Januar zeigt möglicherweise Tomaten aus Spanien, grĂŒne Bohnen aus Kenia und Ăpfel aus SĂŒdafrika. Diese globale Lieferkette verbindet Bauern aus Dutzenden LĂ€ndern mit deinem Teller â und macht das VerstĂ€ndnis von Landwirtschaftsgeografie direkt relevant fĂŒr den Alltag.
Ăbungsaufgaben
Was ist Subsistenzlandwirtschaft?
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Welche Art von Landwirtschaft wird in IndustrielÀndern bevorzugt, und warum?
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Wie viel Prozent der bewohnbaren ErdoberflÀche werden landwirtschaftlich genutzt?