Attributive Adjektive
Steht ein Adjektiv vor einem Nomen, muss es dekliniert werden – es erhält eine Endung, die von Genus, Kasus und vorangehendem Artikel abhängt.
Prädikativ (keine Endung): Das Haus ist groß. Attributiv (Endung nötig): Das große Haus.
Die drei Deklinationsmuster
1. Schwache Deklination (nach bestimmtem Artikel: der, die, das)
| Kasus | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nom. | der alte Mann | die alte Frau | das alte Kind | die alten Kinder |
| Akk. | den alten Mann | die alte Frau | das alte Kind | die alten Kinder |
| Dat. | dem alten Mann | der alten Frau | dem alten Kind | den alten Kindern |
| Gen. | des alten Mannes | der alten Frau | des alten Kindes | der alten Kinder |
→ Endung meist -e oder -en
2. Gemischte Deklination (nach unbestimmtem Artikel: ein, eine)
| Kasus | Maskulin | Feminin | Neutrum |
|---|---|---|---|
| Nom. | ein alter Mann | eine alte Frau | ein altes Kind |
| Akk. | einen alten Mann | eine alte Frau | ein altes Kind |
→ Im Nominativ Maskulin und Neutrum: starke Endung (-er, -es)
3. Starke Deklination (ohne Artikel)
| Kasus | Maskulin | Feminin | Neutrum |
|---|---|---|---|
| Nom. | alter Wein | frische Milch | kaltes Wasser |
| Akk. | alten Wein | frische Milch | kaltes Wasser |
→ Das Adjektiv trägt die Endung, die sonst der Artikel hätte
Faustregel: Wenn kein Artikel da ist oder der Artikel keine Informationen trägt (z. B. „ein" im Nom. Mask.), übernimmt das Adjektiv die starke Endung des Artikels.
Praxisbezug: Speisekarten und Lebensmittelbeschreibungen
Deutschsprachige Speisekarten sind ideal zum Üben von Adjektivendungen: „ein frischer Salat" (Nom. Mask., unbestimmt), „die hausgemachte Suppe" (Nom. Fem., bestimmt), „das gegrillte Hähnchen" (Nom. Neut., bestimmt) — praxisnahe Endungen in jedem Restaurant.
Praxisbezug: Immobilienanzeigen
Deutsche Wohnungsanzeigen sind voll attributiver Adjektive: „eine helle Wohnung im zweiten Stock", „ein modernes Bad mit großem Balkon" (Dat. Mask., unbestimmt), „in ruhiger Lage" (Dat. Fem., ohne Artikel). Das Lesen solcher Anzeigen ist ein hervorragendes Übungsfeld.
Praxisbezug: Produktverpackungen und Werbung
Deutschsprachige Produkttexte nutzen attributive Adjektive aller drei Genera: „Frische Vollmilch" (Nom. Fem., stark), „Zartes Hähnchenfleisch" (Nom. Neut., stark), „Der perfekte Geschmack" (Nom. Mask., schwach). Verpackungssprache ist praxisnah und überall verfügbar.
Praktische Eselsbrücke: Nach der/die/das ist die Endung fast immer -e oder -en. Nach ein/eine trägt das Adjektiv das Genussignal (-er Mask. Nom., -es Neut. Nom./Akk.). Im Zweifel ist -en die häufigste Endung überhaupt.
Übungsaufgaben
Wie lautet die Endung von 'alt' in: 'Das __ Buch liegt auf dem Tisch'?
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Wie heißt es: 'Ich sehe ein__ klein__ Kind'?
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Was ist der Unterschied zwischen attributiven und prädikativen Adjektiven?